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Über ein Dutzend Ezählungen aus dem Leben – Zum Buch „Schlaflos in Tel Aviv“ von Chaim Noll

Chaim Noll: Schlaflos in Tel Aviv. © 2017, Münzenberg Medien, Foto: Stefan Pribnow
Chaim Noll: Schlaflos in Tel Aviv. © 2017, Münzenberg Medien, Foto: Stefan Pribnow

Berlin, Deutschland (Jüdische Welt). Von Hans beziehungsweise Chaim Noll, der 1954 Berlin (Ost) geboren wurde, später Kunst und Kunstgeschichte in Ostberlin studierte, den Dienst in der Nationalen Volksarmee verweigerte und 1983 nach Westberlin ausreiste, wo er als Journalist arbeitete, lebt nach einer Zwischenstation in Rom seit 1995 in der Negev in Israel.

Dort arbeitet er, der neben journalistischen Texten auch Essays, Gedichte, Erzählungen und Romane produzierte, weiter als Schriftsteller. Die Liste seiner Veröffentlichungen ist lang. „Der Abschied“ (1985), „Unheimliche Tage“ (1987), „Berliner Scharade“ (1987), „Der goldene Löffel“ (1989, wieder Verbrecher Verlag 2009), „Nachtgedanken über Deutschland“ (1992), „Taube und Stern. Roma Hebraica. Eine Spurensuche“ (1994), „Die Wüste lächelt“ (2001), „Meine Sprache wohnt woanders. Gedanken zu Deutschland und Israel“ (mit Lea Fleischmann, 2006), teilt der Berliner Verbrecher Verlag in seiner Autorenkurzvorstellung mit, ohne zu vergessen, auf die Romane „Der Kitharaspieler“ (2008), „Feuer“ (2010), „Die Synagoge“ (2014), der Erzählungsband „Kolja. Geschichten aus Israel“ (2012), der Lyrikband „Kolibri und Kampfflugzeug“ (2015) sowie seine Erinnerungen unter dem Titel „Der Schmuggel über die Zeitgrenze“ hinzuweisen.

Das neueste Buch des deutsch-israelischen Autors Noll trägt den Titel „Schlaflos in Tel Aviv“ entstand. Das 248 Seiten starke Werk versammele laut Verlag „Erzählungen aus mehr als fünfundzwanzig Jahren, realistische und fantastische, über Begegnungen und Begebenheiten“. Seine Kurzgeschichten sind voll des Lebens und Lobes über das Leben in den deutschsprachigen Staaten BRD und DDR, im Osten und vor allem im Westen Berlins der Achtziger und Neunzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts. Das war einmal. Auch die Erzählungen aus dem heutigen Israel, das sich verändert, werden bald Geschichte sein, die Dank Noll auch Geschichten sind.

Zwar lebt Noll, der seit 1998 die israelische Staatsbürgerschaft besitzt, in der Wüste und lehrt an der Universität Be’er Sheva beziehungsweise der Ben-Gurion-Universität des Negev, deren Hauptgebäude in der über 200 000 Einwohner zählenden Großstadt Be’er Scheva liegen, reise laut Verbrecher Verlag aber „regelmäßig zu Lesungen und Vorträgen“ in die alte Heimat.

Noll erzähle laut Verlag in „Schlaflos in Tel Aviv“ „von einem Schuljungen in Berlin, der versucht, sich Geld für eine Fahrkarte zu erbetteln, einem jungen Israeli, der das erste Mal nach Deutschland fliegt, dem Diebstahl eines Pelzmantels, der sich Jahrzehnte später als ein Segen erweist, einem Schriftsteller, der an seinem Verlag verzweifelt und überall schwarze Hunde sieht, einer alten Dame, die trotz der Verfolgung ihrer Familie in der Stalinzeit Kommunistin geblieben ist, dem Mord an einem Ikonenhändler aus Russland, der einen Antiquitätenhändler schwer erschüttert, einem ehemaligen Minister aus Afghanistan, dem im Exil kein Neuanfang zu gelingen scheint, und dessen Sohn, der vom Krieg gezeichnet ist.“

Seine Texte tragen Titel wie „Kein Geld“, Zinsen aus Zürich“ oder „Olga“. Die Geschichten drehen sich um „schwarze Hunde“ und „rote Kirchen“. Die letzte Erzählung ist überschrieben mit „Schlaflos in Tel Aviv und stamme laut Buchinformation aus dem Jahr 2015. In Tel Aviv, der Stadt am Meer mit Musik, Gedränge und Gelächter, Omnibussen und Autos „im Stau“, sei der Autor laut Eigenauskunft immer „in Eile“, zeigt sich allerdings äußerst politisch, aber lesen Sie selbst!

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Chaim Noll, Schlaflos in Tel Aviv, 248 Seiten, Hardcover, Verbrecher Verlag, Berlin 2016, ISBN: 978-3-95732-167-1, Preis: 21,00 EUR (D)

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