Licht in der Dunkelheit – Chanukka im Weltnetz und ein Konzert von Shtetl Berlin

Menora. Quelle: Pixabay, Foto: wal 172619

Berlin, Deutschland (Jüdische Welt). Bald ist es wieder soweit. Am Donnerstag, den 10. Dezember 2020 nach unserer Zeitrechnung in deutschen Landen, beginn Chanukka, auch Chanukkah und Hanukkah geschrieben.

Mit dem achttägige Lichterfest Chanukka feiern Juden die Wiedereinweihung des zweiten jüdischen Tempels in Jerusalem. Diesen hatten jüdische Aufständische, die Makkabäer, im Jahr 164 vor unserer Zeitrechnung von den hellenistischen Herrschenden zurückerobert. Vor unserer Zeitrechnung? Nun, Juden rechnen nicht nach dem Nazarener, der auch Jesus, Jeschua oder Jeschu nennt, eine Kurzform von Jehoschua. Statt 164 sagen und schreiben Juden 3597. Das Jahr 0 war, auch wenn`s nicht wahr ist, die Schöpfung der Welt. So und nicht anders steht es im Märchenbuch der Märchenbücher.

Einer Erzählung aus dem Talmud, die meisten meinen damit in der Regel den Babylonischer Talmud, nicht den Jerusalemer Talmud, zufolge wurde im zerstörten Tempel ein einziges Kännchen Öl gefunden, das den Tempelleuchter eigentlich nur einen Tag lang hätte erleuchten können. Schuld daran sollen Kämpfe mit makedonischen Seleukiden, die mit hellenisierten Juden gemeinsame Sache machten, gewesen sein. Auf wundersame Weise reichte es jedoch acht Tage und Nächte lang aus. Hurra! Wahnsinn, ein Wunder des Makkabäeraufstandes der Juden Judäas!

Ob Wunder oder Wurst, der Käse mit dem Chanukka-Fest im Winter wird an acht Abenden gefeiert und an jeden Abend wird ein Chanukka-Lichter mehr angezündet. Nichts gegen die nette Tradition von Lichtern in dunkler Zeit, aber die Geschichte dahinter und der Grund, das muss man glauben und gut finden.

Wie auch immer, der Sieg einer eher kleinen Gruppe von Widerstands- und Freiheitskämpfern gegen eine große Armee wurde im Laufe der Jahrhunderte zur Legende. Und wie das bei Legenden so ist, sie schweißen zusammen und machen Mut.

Einige machen auch Musik. Das Jüdisches Museum Berlin teilt per Pressemitteilung, die mit Sternchen und Dummdeutsche durchsetzt ist, vom 7.12.2020 mit, dass „zum dritten Abend des diesjährigen Chanukka-Festes“, also am Samstag, dem 12. Dezember 2020, „Hetty Berg, Direktorin des Jüdischen Museums Berlin, gemeinsam mit den Musiker … von Shtetl Berlin das dritte Chanukka-Licht im Glashof des Jüdischen Museums Berlin“ entzünden werde und diese per Direktberichterstattung ab 19.30 Uhr auf dem Youtube-Kanal des Jüdischen Museums Berlin zu sehen und hören sein werde. Anschließend würden die Musiker „von Shtetl Berlin (vormals Shtetl Neukölln)“ ein Konzert geben, um „mit jiddischen Liedern, Instrumentalmusik und Tanz an den Sinn der Gemeinschaft und das Wunder des Lichts“ zu erinnern. Na, wenn das so ist.

Nebenbei bemerkt: Erstens heißt es Schtetl (sowohl in Jiddisch beziehungsweise Jiddisch-Daitsch oder Jüdisch-Deutsch als auch in Deutsch), auch Stetl geschrieben, und zweitens ist das Weltnetz voll mit Chanukka-Veranstaltungen. Wer sucht, der findet Licht auch an einem Menora genannten Siebenarmigen Leuchter.

Anmerkung:

Vorstehender Artikel von Stefanie Weiss wurde am 8.12.2020 im KULTUREXPRESSO erstveröffentlicht.

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