Gemeinsame Geschichte? – 1700 Jahre „jüdisches Leben“ in deutschen Landen

Die Menora, der siebenarmige Leuchter, ist eines der wichtigsten religiösen Symbole des Judentums. Quelle: Pixabay, Foto: congerdesign

Berlin, Deutschland (Jüdische Welt). Das von deutsch-jüdischen Emigranten als unabhängige Forschungs- und Dokumentationseinrichtung für die Geschichte und Kultur des deutschsprachigen Judentums mit drei Teilinstituten in Jerusalem, London und New York gegründete Leo-Baeck-Institute hat sich seit nunmehr über 60 Jahren der Aufgabe verschrieben, das kulturelle Vermächtnis des durch den Holocaust nahezu ausgelöschten deutschsprachigen Judentums zu bewahren und bietet in Kürze eine Ausstellung im Auftrag des Deutschen Bundestages anlässlich des Tages des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus.

In der Pressemitteilung „Shared History: 1700 Jahre jüdisches Leben im deutschsprachigen Raum“ vom 22.1.2021 heißt es dazu, dass „2021 … das 1700-jährige Jubiläum des frühesten Dokuments, das eine jüdische Gemeinde in dem Gebiet des deutschsprachigen Raums erwähnt“ markiere. Dass der deutschsprachige Raum einmal mächtig gewaltig war und viel, viel größer als die zerkleinerte Kleindeutsche Lösung, das weiß jeder, der sich mit der Geschichte der Deutschen beschäftigt. Und wer sich weiter damit beschäftigen will, für den wäre auch die neue Ausstellung, die vom 27. Januar 2021 bis zum 23. April 2021 über 1700 Jahre jüdisches Leben im deutschsprachigen Raum Zeugnis im Paul-Löbe-Haus des Deutschen Bundestages geben solle, etwas.

Sie solle in fünf „Segmente“ unterteilt sein und „auf 27 Glaspanelen eine Auswahl der Objekte des gleichnamigen virtuellen Projekts des Leo-Baeck-Institute New York-Berlin“ präsentieren. „Die transparente Schichtung von Zeitebenen, die individuell gestalteten Panele und ihr Verlauf mit abrupten Richtungsänderungen illustriert die Kontinuität und die Brüche dieser Shared History. Dabei offenbaren die Objekte, dass es mitunter die kleinsten Dinge sein können, wie ein paar gläserne Ampullen, die ein gemeinsames Miteinander vor Augen führen – oder den gesellschaftlichen Ausschluss bis zur skrupellosen Ermordung unverkennbar machen, wie der aus der Erde Sobibórs geborgene Anhänger eines Mädchens.“ Was es neben „ein paar gläsernen Ampullen“ sonst noch zu sehen und eventuellen zu hören gibt, das werden wir berichten.

Mehr Informationen auf der Heimatseite Leo Baeck Institute – Shared History Project im Weltnetz.

Anmerkung:

Der Beitrag von Stefanie Weiss wurde im KULTUREXPRESSO am 22.1.2021 erstveröffentlicht.

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