Neue „Notstandslage“ in Israel – Neuinfektionen auf Rekordhoch

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Ein Virus aus Wuhan? Coronavirus (Symbolbild). Quelle: Pixabay, Foto: Jürgen Jester

Tel Aviv, Israel (Jüdische Welt) Ist das die zweite Welle? In Israel schnellen die Zahlen der mit dem Wuhan-Virus Infizierten in die Höhe. Für Jochen Stahnke, der aus Tel Aviv für die „Frankfurter Allgemeine“ (5.7.2020) berichtet, steht fest: „Die zweite Welle ist da“. Unter diesem Titel teilt er mit, dass „das kleine Land 10.000 aktive Fälle und mehr als 1000 neue Infektionen am Tag“ melde, „also einen Anstieg wie nie zuvor. Der Anteil der positiv getesteten Israelis hat sich vervierfacht auf mehr als vier Prozent aller Getesteten. Und anders als noch im Frühjahr sind die Infizierten dieses Mal wesentlich jünger.“

Unter der Überschrift „Netanjahu spricht von Notstandslage in Israel“ wird in „Nau“ (5.7.2020) mitgeteilt, dass Regierungschef Benjamin Netanjahu nun „von einer Notstandslage“ spreche. Der 70-jährige Netanjahu wird mit den Worten „Wir befinden uns mitten in einer neuen Corona-Attacke. Es ist ein sehr starker Ausbruch, auf der ganzen Welt und bei uns“ zitiert. Weiter solle Netanjahu am heutigen Sonntag gesagt haben: „Wenn wir die Ausbreitung des Coronavirus nicht stoppen, werden wir weder Gesundheit noch Wirtschaft haben. Und es wird vielen Bürgern des Staates Israel ihr Leben kosten.“

Außerdem heißt es, dass „nach Angaben des Gesundheitsministeriums … der Erreger Sars-CoV-2 bisher bei 29 366 Menschen in Israel nachgewiesen worden“ sei ; „330 Infizierte sind gestorben. Im Westjordanland gilt seit Freitag wegen eines ähnlichen Neuausbruchs ein fünftägiger Lockdown.“

Aus Tel Aviv berichtet Peter Münch für die „Süddeutsche Zeitung“ (5.7.2020) über das „Coronavirus in Israel“. Unter der Überschrift „Die Lage ist ernst“ teilt er mit, dass „inzwischen wieder die Teilnehmerzahlen für öffentliche Versammlungen, zum Beispiel in Synagogen oder Bars, auf 50 Menschen begrenzt worden. Die wieder überall in der Öffentlichkeit geltende Maskenpflicht soll durch verstärkten Polizeieinsatz durchgesetzt werden. Nicht überall aber ist das Verständnis dafür gleich ausgeprägt. Im Jerusalemer Ultra-Orthodoxen-Stadtteil Mea Shearim wurden Polizisten mit Steinen beworfen und als ‚Nazis‘ beschimpft, als sie einer Frau wegen fehlender Maskierung einen Strafzettel ausstellen wollten.

Tunlichst vermeiden will die Regierung einen erneuten Lockdown, weil der wirtschaftlich kaum zu verkraften wäre. Ohnehin sind derzeit schon fast eine Million Israelis arbeitslos, das entspricht einem Anteil von mehr als 20 Prozent. Existenzängste grassieren bei Großunternehmen wie der Fluglinie El Al, die ihren Flugbetrieb bis auf weiteres eingestellt hat, bis hinunter zu den vielen kleinen Ladenbesitzern, die oft zu den treuesten Likud-Wählern zählen.“

Anmerkungen:

Siehe zu El Al den Artikel „Maschinen der El Al am Boden“ von Ulf Peter.

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