Reisefotografin und Journalistin alter Schule: Lotte Errell, geborene Rosenberg

Lotte Errell bei einer Rast. © Copyright: Museum Folkwang, Essen/Nachlass Lotte Errell

Dorsten, Deutschland (Jüdische Welt). Lotte Errell, geboren 1903 in München als Lotte Rosenberg, gestorben 1991 in München, war eine deutsche Reisefotografin und Journalistin. Das Fotografieren brachte sie sich selbst bei.

1924 heiratete sie – wie passend – den Fotografen Richard Levy, der unter dem Pseudonym Richard Errel arbeitete. Später, 1935 in Bagdad, heiratete sie erneut und zwar Herbert Sostermann. Lotte wie auch immer wurde mehrfach von den Feinden des Deutschen Reiches mehrfach festgenommen und interniert, während der Reichsverband der Deutschen Presse Ende 1934 ihre verbot, im Deutschen Reich journalistisch zu arbeiten.

Aus dem Mandatsgebiet Palästina des VK versuchte sie mit ihrem Mann in die VSA einzuwandern. Das scheiterte 1946, so daß in den 1950 er Jahren nach München übersiedelten. Ihr Mann starb 1981.

Per Pressemitteilung vom 16.3.2021 teilt das Jüdische Museum Westfalen unter dem Titel „Lotte Errell – Reisefotografin in den 1930er Jahren“ mit, dass sie „zu den interessantesten und vielseitigsten Fotoreporterinnen des frühen 20. Jahrhunderts“ gehört habe. Weiter heißt es im Pressetext: „Auf ihren Reisen nach Afrika, China und in den Nahen Osten trifft sie Journalisten, Schriftsteller, Intellektuelle, Politiker sowie Adlige. Ihre Fotos zeigen eine große Themenvielfalt. Das wird deutlich, wenn man sich ihre Aufnahmen anschaut, in denen die breite Palette der unterschiedlichen sozialen Schichten eines Landes gezeigt wird. Auch soziale Brennpunkte werden keinesfalls ausgelassen. In ihren Reportagen verknüpft sie die Themen Mode und Frauen geschickt miteinander, berichtet aber auch über Kinderarbeit und soziale Unterschiede. Sie stellt in ihren Porträts den Menschen in den Mittelpunkt, aber nicht nur im allgemeinen Sinne. Ihr Interesse gilt ebenfalls den privaten und häuslichen Milieus der Menschen in all ihren Facetten und Formen. Ihr Ziel ist es, Bilder zu erschaffen, die nichts beschönigen, aber dennoch die Würde des Menschen bewahren, auch dann, wenn er/sie sich in einer schwierigen Lebenssituation befindet. Solche Fotos regen den Betrachter/die Betrachterin zum Nachdenken und zur Auseinandersetzung an. Ihre Porträtaufnahmen zeigen, wie sie sich selbst versteht: als Fotoreporterin. Während ihrer Arbeit bedient sie sich keiner bequemen Klischees. So sind ihre Fotos zum Teil auch provokant, und zwar immer dann, wenn sie auch die Schattenseiten einer Gesellschaft darstellt. Obwohl sie im Kern ihrer Arbeit unpolitisch bleibt, macht sie ab und zu Ausnahmen. Insgesamt arbeitet sie sehr detailliert und genau, versucht aber auch immer Distanz zu halten und sich einen nüchternen Blick zu bewahren. Als Fotojournalistin konnte Lotte Errell nur etwa 15 Jahre arbeiten. Dennoch hat sie die Entwicklung der Reisefotografie und der Reisereportage mit wichtigen Impulsen vorangebracht. Sie zeichnete sich nicht nur durch ihre ausgedehnten Fernreisen aus, die sie allein unternahm, sie erreichte im Vergleich mit zeitgenössischen Fotografinnen und Reiseschriftstellerinnen einen hohen publizistischen Erfolg.“

Das alles und wie im Werk das Entstehen der Porträts mit der Dokumentation des Lebens- und Arbeitsumfeld der Porträtierten verbunden ist, würde „die Ausstellung … deutlich machen. Insgesamt würde die Lotte-Errell-Ausstellung „eine Sichtweise auf ein in der Gegenwart eher unbekanntes Werk“ ermöglichen, dass „bis zum 6. Juni 2021 in den Räumen des JMW Dorsten zu sehen sein“ werde von Dienstag bis Freitag von 10 Uhr bis 12.30 Uhr sowie von 14 Uhr bis 17 Uhr. Samstags, sonntag und an Feiertagen habe das Museum zwischen 14 Uhr und 17 Uhr geöffnet.

Anmerkung:

Vorstehender Artikel wurde am 17.3.2021 im KULTUREXPRESSO rstveröffentlicht.

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