Und am Ende wieder der Likud – Bibi Blocksberg gewinnt die Wahlen in Israel – Netanjahu, eine unendliche Geschichte

© Tourismusministerium, www.goisrael.de, images.de/Varda

Jerusalem, Israel (Jüdische Welt). Keine Frage, dass der Ausgang der Wahl gestern zur Knesset knappt ausgehen wird. Der Bibi-Block und der Anti-Bibi-Block liegen gleichauf. Der Bibi-Block, das ist vor allem der Likud mit Benjamin „Bibi“ Netanjahu als Ministerpräsident des Staates Israel.

An ihm, der erstmals 1996 Ministerpräsident war, ist in den vergangenen Jahren keiner vorbeigekommen, auch nicht Benny Gantz. Der ist im Grunde ganz weg vom Fenster. Heraus als neuer Königsmacher scheint Naftali Bennett. Der war einmal bei der national-religiösen Partei HaBajit haJehudi (Jüdisches Heim), dort sogar großer Vorsitzender und zwar von 2012 bis 2018. Doch Ende 2018 verließ er diese Veranstaltung und gründete seine eigene Partei, HaJamin HeChadasch (Die Neue Rechte). Bennett könnte auf sieben Sitze kommen.

Der Likud ist und bleibt die stärkste der Parteien und in der Knesset die stärkste Fraktion. 30 Sitze wird es in dem 120 Sitze umfassenden Parlament mit Sicherheit geben. Wenn Netanjahu in den nächsten Tagen Bennett ins Boot holen kann, dann wird er weiter regieren. Bereits gestern solle Netanjahu zum Telefon gegriffen und mögliche Partner angerufen haben. Netanjahu bildet seinen Block immer wieder neu. Er ist der Bibi Blocksberg Israels.

Gideon Sa’ar von Neue Hoffnung (Tikwa Chadascha), die vermutlich sechs Abgeordnete entsenden wird, und Avigdor Lieberman von Unser Haus Israel (Jisra’el Beiteinu), die wohl auf sieben Sitzen kommen, werden nicht am anderen Ende der Leitung gewesen sein. Sie würden wohl mit dem Likud wollen, können aber nicht mit dem Meister der Blockbildung.

Nebenbei bemerkt kommt Jair Lapid von der liberalen Zukunftspartei (Jesch Atid) wohl auf 17 oder 18 Sitze. Die werden sich nicht zu den Sitzen des Likud addieren lassen. Woher sollen also die 61 Sitze, die eine Regierung braucht, kommen? Schwer vorstellbar, dass Lapid mit Bennett in einem Boot sitzen möchten. Zudem würden noch weitere Ruderer fehlen von einer Hand voll Parteien, die sechs, sieben oder acht Sitze schaffen werden.

Neben Blau-Weiß von Gantz wären das noch die Arbeitspartei (Awoda) und Meretz (Tatkraft). Habe ich eine vergessen? Ja, die Vereinte Liste der Araber, die sich gespalten hat. Die kommt statt auf 15 Sitze vermutlich nur auf acht oder neun. Der Likud ist und bleibt die stärkste der Parteien. Und irgendwann wird sie ohne den 71-jährigen Netanjahu, dem Bestechlichkeit in drei Fällen vorgeworfen wird, auskommen müssen. Vielleicht wird er verurteilt, bestraft, dennoch ist unter seiner Führung Israel beim Impfen gegen Coronaviren vorne, ganz weit vorne. Netanjahu führt und ist dabei erfahren wie kein anderer beziehungsweise die anderen sehen gegen ihn nicht nur blass aus, sie bleiben es.

Solange droht eine fünfte Wahl im Staat Israel. Das wäre eine Fest vor allem für Komiker der Abteilung Satire.

Anmerkung:

Vorstehender Artikel wurde am 24.3.2021 im WELTEXPRESS erstveröffentlicht.

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